Login








Noch kein Mitglied?
Registrieren Sie sich hier!

Suchen



Anzeigen

Das Qi.

Qì wird in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als generelle Lebensenergie oder Energie des Spirituellen angesehen. Das Qì im Körper wieder in seinen natürlichen, ausgeglichenen Zustand zu bringen ist das Grundprinzip jeder traditionellen chinesischen Therapieform.

Bei einer perfekten Harmonie beider Kräfte ist auch der Qì-Fluss im Körper ausgeglichen. Das Modell der traditionellen chinesischen Medizin geht davon aus dass der menschliche Körper im Inneren Funktionskreise bzw. "Elemente" aufweist, die mit einem Energiefluss korrespondieren, der teilweise an der Körperoberfläche und teilweise leicht darunter verläuft. Nach daoistischer Auffassung sind die wichtigste Bahnen das Diener- und das Lenkergefäß. Man nennt diese Kanäle des Energieflusses "Leitbahnen" oder "Meridiane". Diese Vorstellungen widersprechen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Funktion und Aufbau des menschlichen Körpers.

Krankheit ist ein Produkt der Unterbrechung dieses harmonischen Flusses. Nach dieser Auffassung kann Krankheit u.a. durch mangelnden Qi-Fluss, durch Stockung, durch Mangel an Qi selbst oder durch verbrauchtes Qi, das nicht abgeleitet wurde, entstehen. TCM versucht daher physische Krankheiten durch verschiedene Praktiken zu kurieren, die ein Ausbalancieren des Qi-Flusses im Körper zum Ziel haben. Einige dieser Techniken enthalten Pflanzenmedizin, spezielle Diäten und Ernährungslehren sowie Akupunktur.

Durch die Beschäftigung mit den traditionellen chinesischen Lehren und die Übernahme der genannten Gesundheitslehren und Techniken hat sich das Qì-Konzept seit den 70er-Jahren auch zunehmend in den Vorstellungen von Menschen des westlichen Kulturkreises verbreitet. Vor dem Hintergrund des westlichen Weltverständnisses kann es dabei zu einer Simplifizierung des komplexen daoistischen Systems kommen. Qi wird dann lediglich als eine besondere Art physikalischer Energie verstanden, die jedoch anders als diese nicht nachweisbar, sondern metaphysischer Natur ist. Auch der Versuch, den Begriff Qì pauschal allein durch ein einziges deutsches oder englisches Wort (z. B. „Lebensenergie“) zu übersetzen, muss, wie die vieldeutigen Übersetzungsmöglichkeiten zeigen, fehlschlagen.

Da der Glaube an das Qì und seine Natur nicht auf rationalen, logischen Schlüssen beruht, wird die Idee vom Qì von naturwissenschaftlich denkenden Menschen oft als Denksystem kritisiert. Problematisch ist insbesondere, dass mit Bezug auf das "Qì" willkürliche Aussagen getroffen werden können, die keine objektive Überprüfung oder Widerlegung anhand der messbaren Realität zulassen. Die Aussagen des Konzeptes sind also weder verifizier- noch falsifizierbar und somit per definitionem unwissenschaftlich und dogmatisch.