Der Schlaf.
Sicher erinnern Sie sich daran, wie Sie mit übernächtigten Augen als Student zu einem Examenstest gingen oder nach einer halb durchgefeierten Nacht müde zur Arbeit erschienen. Jetzt können Sie darüber lächeln und wissen, dass diese Vorgehensweise nicht unbedingt zum gewünschten Erfolg führt. Inzwischen haben Sie durch Erfahrung gelernt, dass ausreichender Schlaf für eine gute geistige Leistung wichtig ist.
Neue Erkenntnisse.
Forschungsergebnisse belegen: Der Schlaf ist für das Gehirn notwendig, um Wissen aufzuarbeiten und zu konsolidieren. Aber auch, um die Erinnerungen auszubilden. Während des Schlafs wird der Hippokampus (dort werden die Erinnerungen gespeichert) sehr aktiv und verschiebt das Wissen aus dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis. In einer 2001 veröffentlichten Studie von Marcos Frank, einem Neurowissenschaftler an der Universität von Pennsylvania, analysierte er die Gehirnplastizität. Das bedeutet, er untersuchte die Fähigkeit des Gehirns, neue Synapsen und Verbindungen zwischen den Gehirnzellen zu bilden.
Das eindeutige Ergebnis war: das Gehirn braucht Schlaf um zu lernen.
Wie arbeitet das Gehirn in der Nacht?
Alle Säugetieren erleben zwei unterschiedlliche Schlafarten. Während der REM (repid-eye-movement) Schlaf - Phase, befinden sich die Muskeln in einer Art Lähmung, die Herzfrequenz und die Atmung verändern sich und die Augenbewegung ist sehr schnell. Die meisten Träume finden in dieser Phase statt, wobei ein Zusammenhang zwischen Augenbewegungen und Blickbewegungen im Traum noch nicht umfänglich nachgewiesen werden konnte. Das Gehirn ähnelt in der REM - Phase einem wachen Gehirn.
Während des Non - Rem - Schlafs vermindert sich die Gehirnaktivität und man entspannt sich vollständig. Die Körpertemperatur und der Blutdruck des Schläfers sinken ab. Die Phase(n) reicht bis in den Tiefschlaf und der Schläfer ist schwer aufzuwecken.
In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass in dem NREM - Schlaf die Hirnveränderung grösser ist als in den REM - Phasen. Gleiches zeigt sich auch in Phasen des Ausruhens. Das Hirn agiert wie in den NREM - Phasen.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Schlaf die grössten Auswirkungen auf das prozess - und verfahrensorientierte Lernen hat. Das heisst, wie lernt ein Tänzer eine neue Schrittkombination, oder wie lernt ein Pilot ein Flugzeug zu fliegen.
Im Unterschied dazu ist das deklarative Lernen, wie zB. " dies ist ein Baum" oder "dies habe ich gestern zum mittag gegessen". Keine Schlafmenge kann diese deklatative Erinnerung verbessern.
Wenn man altert.
Viele Versuchspersonen mit REM-Schlaf-Entzug haben gerade bei komplexen und neuen Herausforderungen besondere Schwierigkeiten – ein Faktum, das gerade für alte Menschen eine große Rolle in deren Alltagsleben spielt.
"Das Problem ist, je älter man wird, desto weniger Schlaf scheint man zu bekommen". sagt der Psychologe Rubin Naiman der Universität Arizona.
Es ist nicht so, dass wir weniger Schlaf brauchen, aber die Umstände tragen dazu bei, dass wir weniger schlafen. Tatsache ist, wenn Menschen altern, treten oft kognitive Verschlechterungen auf, weil der Schlaf öfter unterbrochen wird und die NREM - Schlaf - Phase nicht mehr ausreichend ist.
Unsere Gesellschaft scheint zu glauben, dass der Schlaf überschätzt wird. " Wir leben in einer Kultur, in der Träume keine Wichtigkeit mehr haben" sagt Naiman. " Wir sollten den Wert der Träume wieder begreifen"
"Gerade die Träume in denen Sie in Unterwäsche und unvorbereitet für den Physiktest zur Schule gehen". - Es ist nur ein Traum....
Quelle: www.AARP.org



