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Die neuen Pflegenden

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Die neuen Pfleger

Wenn Menschen das Wort "Pfleger" hören, denken sie, wie selbstverständlich, nur an professionelle, hauptberufliche Pfleger - Krankenschwestern, Krankenpfleger und häusliche Pflegefachkräfte. Eine Tatsache ist aber, dass die meiste Pflege von Familienmitgliedern und Freunden geleistet wird. Ein Pfleger ist jeder, der eine erwachsene Person während einer Krankheit, einer Behinderung oder wenn sie Hilfe benötigt, unterstützt. Es kann die Tochter sein, die bei ihrer kränkelnden Mutter einzieht, der Nachbar, der öfter einen alten Freund besucht oder der Mann, der seine Schwiegermutter zum Doktor fährt.

Der Pflegende lebt entweder im selben Haus, in einer nahegelegenen Stadt oder sogar in einem anderen Land. Die Pflege reicht von kleinen Gesprächen bis zu intensiver, rund - um - die - Uhr Betreuung. Jeder macht in der Zeit unterschiedliche Erfahrungen.
Diese Herausforderungen sind für jeden Pflegenden gültig.

  • Weniger Zeit für sich selbst und für die Familie. Pflege benötigt Zeit. Aus diesem Grunde können die Pflegenden weniger Zeit mit den Familienangehörigen verbringen. Auch für sich selbst steht weniger Zeit zur Verfügung.
  • Sie müssen eine Balance finden zwischen Job - und Pflegeverpflichtung. Pflegetätigkeit  - z.B. den Vater zum Arzt fahren oder mit dem Pflegepersonal sprechen - braucht Zeit und kann meisst nur während der normalen Arbeitszeit gemacht werden. Dies kann Probleme im Job mit sich bringen.
  • finanzielle Anforderungen. Die Hilfsmittel und Serviceleistungen die mit der Pflege zusammen hängen, können sehr teuer sein und die Kosten können rasant ansteigen.
  • Körperlicher und emotionaler Stress. Pflege kann körperlich und emotional sehr stressig sein. Besonders betroffen sind Personen, die eine intensive Langzeitpflege leisten.

 

 

Feststellen der Bedürfnisse

Die meissten Menschen sind nicht darauf vorbereitet, pflege zu leisten. Im Folgenden finden Sie einige Punkte um die Bedürfnisse des Pflegenden festzustellen.

Stellen Sie fest, wie die häuslichen Möglichkeiten und Vorlieben sind.

  • Können die älteren Angehörigen sich noch gut bewegen und die im Haus anfallenden Arbeiten allein erledigen?
  • Haben sie schon einmal daran gedacht woanders zu leben? Zu den Möglichkeiten die zu überlegen sind, gehört: im Haus verbleiben und einiges ändern zu lassen oder eine Hilfe zu engagiern. In ein Altersheim oder eine andere Form des betreuten Wohnens zu ziehen. Bei Angehörigen oder Freunden zu leben. Ins Pflegeheim zu gehen.

Machen Sie sich mit der Krankengeschichte vertraut.

  • Haben Sie irgendwelche Beschwerden oder gesundheitsprobleme die verhindern, dass sie unabhängig leben?
  • Wie heissen ihre Ärzte?
  • Welche Medikamente nehmen sie?

Wenn Ihre Angehörigen über diese Dinge nicht bescheid wissen, sollten Sie beim nächsten Arztbesuch dabei sein.

Machen Sie eine Liste über ihre persönlichen Kontakte.
Adressen und Telefonnummern sind wichtig. Nicht zu vergessen sind Notfallkontakte wie Freunde und Nachbarn.

Legen Sie ein finanzielles Profil an.

  • Eine Liste des monatlichen Einkommens mit der Rente oder Pensionen und anderen regelmässigen Einkommen.
  • Eine Liste der Ausgaben, Bankkonten und Investitionen sowie eine Aufstellung des Kapitals.
  • Lassen Sie sich wichtige Kontonummern für den Notfall geben.

Besprechen Sie juristische Notwendigkeiten. 

  • Entscheiden Sie welche juristischen Dokumente sie brauchen. z.B. ein Testament, Patientenverfügung, Vollmachten usw.
  • Lassen Sie sich sagen wo wichtige Dokumente zu finden sind, z.B. Geburtsurkunde, Kaufverträge und Versicherungspolicen.

Sammeln Sie Informationen über Dienstleister die Hilfe anbieten.
Diese Dienste beinhalten häusliche Pflege, Tagesheime, Mahlzeitenlieferdienste und Hilfe bei den täglichen Aufgaben.

Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse

Viele Pflegende opfern sich auf für den Patienten und vergessen darüber ihre eigenen Bedürfnisse. Hier sind einige Tipps die Ihnen helfen können auch auf sich selbst zu achten. Besonders dann, wenn Sie andere pflegen.

  • Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit. Ernähren Sie sich gut, bewegen Sie sich regelmässig und nehmen Sie sich jede Woche Zeit für sich selbst.
  • Äussern Sie es, wenn Sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Bitten Sie Ihre Familie und Freunde um Hilfe bevor Sie Ihr Limit erreichen.
  • Erkundigen Sie sich nach Dienstleistern die Ihnen bei der Pflege helfen. Staatliche Einrichtungen und Pflegedienste können Ihre Eltern an helfene Institutionen verweisen z.B. Tagespflegestätten. Fragen Sie nach einer Teilzeitpflege, die Sie entlastet.
  • Suchen Sie Hilfe oder eine Fortbildung um Ihre Fähigkeiten zu verbessern. Krankenhäuser, Organisationen wie z.B. die schweizer Alzheimervereinigung, oder staatl. Stellen bieten Fortbildungsmöglichkeiten an.

Viele Menschen halten sich nicht für Pfleger. Trotzdem leisten sie regelmässige Unterstützung bei älteren Angehörigen oder Freunden. Die Herausforderungen dabei können entmutigend sein. Aber wenn man vorbereitet und informiert ist, ist es einfacher, seine eigenen Bedürfnissen und die der Patienten zu erfüllen.